Evolution

Evolution.

Musik lebt. Ich beobachte beim Komponieren, wie sich musikalische Zellen entwickeln. Aus einfachen Grundbedingungen können oft sehr komplexe und unvorhersehbare Prozesse entstehen. Meine Musik bildet nichts ab. Sie ist selbst organisch, wächst, blüht und stirbt.“
(Enno Poppe)


Unsere neue Veranstaltungsreihe steht unter dem Titel „EVOLUTION“. In fünf Konzerten sowie flankierenden Workshops, einem Atelier- sowie einem Off-Szene-Konzert rücken wir in der dritten von uns konzipierten Konzertreihe unsere eigene improvisatorische und kompositorische Arbeit als Quartett in den Mittelpunkt. Ausgehend von der Idee, die Improvisation selbst als einen Evolutionsprozess zu betrachten, entwickelt wir das Neue Werk „Magma“, eine Eigenkomposition, die  über die gesamte Konzertreihe von Konzert zu Konzert weiterentwickelt wird. Wir greifen Aspekte des Evolutionsbegriffes wie Mutation, Rekombination, Selektion für die musikalische Reflexion heraus und geben auch der Zufälligkeit (Gendrift) Raum. Dabei lassen wir offen, wie die Entwicklung verlaufen wird: wird sie eher linear, was setzt sich durch, was hat Bestand, was wird verworfen – und warum? Oder kommt die Entwicklung gar komplett zum Stillstand, stirbt aus und entsteht neu? Im gemeinsamen Improvisieren und Komponieren lassen wir uns leiten von den evolutionstheoretischen Ansätzen, der Veränderung, der Anpassung, der Gleichzeitigkeit von Mit- und Gegeneinander.
In den Konzerten suchen wir den Dialog zwischen der eigenen improvisatorischen, kompositorischen Arbeit und Werken von George Crumb, Friedrich Goldmann, Laure M. Hiendl, Márton Illés, Benedict Mason, Samir Odeh-Tamimi, Enno Poppe, Salvatore Sciarrino und John Zorn, aber auch Klassiker der Streichquartett- Literatur dürfen nicht fehlen. Und so finden sich auch Werke von Ludwig van Beethoven, Charles Ives, Leoš Janáček, Luigi Nono, Dmitri Schostakowitsch und Giuseppe Verdi in den Programmen.
Um neue Impulse auch in der Streichquartett-Literatur zu setzen, werden im Rahmen des Projektes zwei Kompositionsaufträge vergeben: in den letzten beiden Konzerten der Reihe sollen ein neues Werk der iranischen Komponistin Farzia Fallah sowie eines des Berliner Komponisten Stephan Winkler uraufgeführt werden.